Das Land Sambia

  • Sambia
    Sambia
Lage: südliches Afrika

 Fläche: etwas mehr als doppelt so groß wie Deutschland

 Einwohner: 9,2 Millionen (Deutschland hat 9 mal so viele Einwohner)

 Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/ km²

 Verstädterung: 50% der Einwohner leben in Städten (in der Hauptstadt Lusaka und in den Städten im Kupfergürtel); der Verstädterungsgrad ist der höchste in Afrika. Die Bevölkerung lebt ansonsten vor allem entlang der Eisenbahnlinien; der Nordosten und der Westen sind fast unbesiedelt.

 Klima: Trotz der Lage in den Tropen ist das Klima eher subtropisch, da Zambia auf einem über 1000 m hohen Hochplateau liegt, das durch die Baumsavanne geprägt ist.

Es gibt drei Jahreszeiten: die kühle Trockenzeit von Mai bis August (Juli 170 C Durchschnittstemperatur), die heiße Trockenzeit von August bis November (Oktober 300 C Durchschnittstemperatur)und die Regenzeit von November bis April mit ziemlich unzuverlässigen Regenmengen.

 Bevölkerung: Es gibt ca. 70 verschiedene Sprachen und Dialekte, darunter 7 Hauptsprachen. Amtssprache ist Englisch.

In der Südprovinz, in der die Partnerschulen liegen, leben die Tonga. An den beiden Schulen sind aber auch Angehörige vieler anderer Stämme vertreten. Stammesrivalitäten spielen in Zambia keine große Rolle, weil die Politik immer um den Gesamtzusammenhalt bemüht war. Es gibt nur sehr wenige europäischstämmige Einwohner und eine kleine Minderheit von Indern.

 Wirtschaft: Ca. 60 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, bei der überwiegend für den Eigenbedarf gewirtschaftet wird. Das Grundnahrungsmittel ist Mais, der Inlandsbedarf kann aber nicht selbst gedeckt werden.

95% der Deviseneinnahmen bringt der Kupferbergbau; durch den Preis-verfall gehen die Einnahmen seit Jahren zurück. Um 2020 werden auch die letzten Vorräte erschöpft sein. Der Tourismus spielt noch keine große Rolle.

Die hohe Verschuldung hat immer wieder zu wirtschaftlichen Eingriffen des Weltwährungsfonds geführt. Die staatliche Stützung des Mais-preises mußte heruntergesetzt werden, Ergebnis: Hungerrevolten in den Städten.

Die Inflation ist immens: Der Kwacha fiel seit 1987 von 0,50 DM auf weniger als 0,02 Pfennig. Der Preis für einen Sack Mais stieg von umgerechnet 8 DM auf über 25 DM.

 Geschichte: Es gibt urzeitliche Siedlungsspuren in Zambia, die aber noch nicht systematisch erforscht sind. Vor 1000 Jahren siedelten in Zambia Stämme aus dem Norden, die Bergbau und Metallverarbeitung betrieben. Teile des heutigen Landes gehörten zeitweise zu be­nachbarten Königreichen, aber in der Mehrheit bestimmten kleine selbständige Stämme das Land.

Ende des 19. Jahrhundert drangen die Engländer in das Land ein, das sie zunächst Barotseland, später Nordrhodesien, nannten. Die Engländer führten eine Kopf- und Hüttensteuer ein, damit die Leute gezwungen waren, für den Verkauf auf ihrem Land mehr anzubauen, als sie für sich selbst brauchten oder direkt für die Engländer zu arbeiten, damit sie die Steuern bezahlen konnten.

Nach der Entdeckung der Kupferlagerstätten um 1920 wurden die Eisenbahnverbindungen nach Süden gebaut. In der Industrie und der Verwaltung spielten die Weißen danach eine wichtige Rolle, aber es gab nur wenige weiße Siedler, anders als in Südrhodesien.

Um die weiße Vorherrschaft zu sichern wurde 1953 die Zentral-afrikanische Föderation gegründet mit Süd- und Nordrhodesien und Njassaland. 1964 erlangten Nordrhodesien als Zambia und Njassaland als Malawi ihre Unabhängigkeit, während Südrhodesien erst 1988 als Zimbabwe die weiße Herrschaft beendete.

 Politik: Zambia gehörte bis 1994, dem Ende der Apartheid in Südafrika, zu den sogenannten Frontstaaten, die den Kampf gegen die weiße Vorherrschaft in Südrhodesien und Südafrika unterstützten, vor allem indem sie viele Flüchtlinge aus diesen Ländern aufnahmen.

Von 1964 an bis 1991 war Kenneth Kaunda Präsident von Zambia, unterstützt von der sozialistisch orientierten Partei UNIP. Weil die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage immer mehr zunahm, wurde 1991 Frederic Chiluba, ein Führer der Kupferarbeitergewerk­schaft, zum Präsidenten gewählt. Der Machtwechsel fand ohne Gewalt statt, aber die Wirtschaftsprobleme sind geblieben.

 Die augenblickliche Stimmung zeigt eine Äußerung des Leiters des Teacher`s College in Livingstone:

„Unter Kaunda hatten wir Geld, aber es gab nichts zu kaufen; heute herrscht der Kapitalismus: es gibt alles, aber die meisten können sich noch nicht mal das leisten, was sie früher hatten."