IDG auf Exkursion zu ihren Vorfahren

Die Biologiekurse der Jahrgangsstufe 12 (Q1) der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule machten sich auf den Weg nach Mettmann ins Neanderthal-Museum. Vor Ort hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zwei Workshops in der „Steinzeitwerkstatt“ zu besuchen, um in Kleingruppen Schädel und Knochen morphologisch zu untersuchen, die anschließend nach Kriterien geleiteten Merkmalen zeitlich eingeordnet werden sollten.

Eine Arbeit, die sonst von Archäologen und Paläontologen vorgenommen wird. Sie erfuhren hier praktisch, dass heute nicht mehr von sogenannten „Stammbäumen“ der Menschheit, sondern eher von „Stammbüschen“ gesprochen wird. Die heutigen technisch-naturwissenschaftlichen Verfahren ermöglichen es, jeden neuen Fund noch genauer zeitlich und abstammungstechnisch einzuordnen. Finanziell unterstützt wurde dieses Unterrichtsvorhaben durch das zdi-Zentrum I+I=Z (Zukunft durch Innovation) Gladbeck, welches sich die Förderung der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu eigen gemacht hat. Neben den fachlichen Inhalten im Hinblick auf das anstehende Abitur der Jahrgangsstufe Q1 standen auch die Arbeitstechniken der biologischen Berufsfelder im Fokus, so dass dieses Unterrichtsvorhaben gleichzeitig auch als berufsorientierende Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW (MIWF) gefördert wurde.

Die Museumspädagogen vor Ort verstanden es ferner, vermeintlich trockenen Unterrichtsstoff im wahrsten Sinne des Wortes begreiflich zu machen. Denn hier war das Anfassen der aufwendigen und teuren Exponate mit Hilfe von schützenden Handschuhen ausdrücklich erlaubt und auch erwünscht. In der Dauerausstellung des Museums konnten die Schüler mit Hilfe eines Audiogides und einer App über ihr Smartphone die Stationen der menschlichen Entwicklung mit eigenen Schwerpunkten und eigenem Lerntempo von Station zu Station sich laufend erarbeiten. Auch die derzeitige Wechselausstellung des Museums mit dem Thema „Mumien“ trug zur fachthematischen Erweiterung bei. Denn nur wenn die Prozesse der Fossilisation gut gelingen, gibt es geeignete Exponate, um den Erkenntnissen auf dem Weg zu unseren Vorfahren ein Stück näher zu kommen.

Den Abschluss des naturwissenschaftlichen Unterrichts vor Ort bildete die Besichtigung des Originalfundortes und den geologischen Besonderheiten. Am Ende fuhr jeder mit der Erkenntnis von Mettmann nach Gladbeck zurück, dass in jedem von uns ein bisschen der Neanderthaler steckt.

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